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Schüßler-Salze : altbewährtes Heilmittel

Aktualisiert: 17. Nov 2020

Schon seit über 100 Jahren gibt es sie: Die Schüßler-Salze. Sie sind eine alternative Heilmethode, die der Homöopathie nahesteht. Ihr Begründer ist der deutsche Arzt und Homöopath Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898), der die homöopathische Behandlung mit ihren rund 200 Heilmitteln vereinfachen wollte. Daraus entstand ein eigenes Heilmittelkonzept, das in den vergangenen Jahren immer populärer wurde.


Was sind Schüßler-Salze?

Dr. Schüßler konzentrierte sich in seiner Forschung auf zwölf Mineralstoffe und untersuchte deren Vorkommen und Bedeutung im menschlichen Körper. Dabei entdeckte er, dass funktionelle Störungen in den Organen oftmals auf einem Mangel eines oder mehreren dieser Mineralstoffe beruhen. Um solche Störungen zu behandeln, verordnete er seinen Patienten die fehlenden Mineralstoffe – jedoch nicht in hoher Dosierung, sondern in homöopathischer Potenz. Diese Schüßler-Salze sollen als Reiz fungieren und den Körper dazu bewegen, die Aufnahme und den Transport des betreffenden Mineralstoffes zu steigern. Die zwölf Salze werden heute mit dem Begriff „Funktionsmittel“ zusammengefasst. In der Folgezeit etablierten sich die Schüßler-Salze nach Dr. Schüßler als eigenständige Heilmethode, die sich zunehmend verbreitete. Nach dem Tod des Arztes führten seine Schüler 15 weitere Mineralstoffe ein. Sie werden heute „Ergänzungsmittel“ genannt.


Mein Lieblings-Schüßler-Salz

Schüßler-Salz Nr. 7: Magnesium phosphoricum auch Magnesiumphosphat genannt.

Magnesiumphosphat, gilt als „Betriebsstoff“ für die Muskeltätigkeit und Nervenfunktion. Somit sollen Schüßler-Salze Nr. 7 an vielen Prozessen beteiligt sein, die von den Muskeln gesteuert werden, beispielsweise im Magen-Darm-Trakt oder die Rhythmik des Herzens. Magnesium phosphoricum soll desweiteren die Tätigkeit der Drüsen beeinflussen. Das Schüßler-Salz wird daher als Mittel gegen Krämpfe und zur Stärkung des Nerven- und Lymphsystems empfohlen. Es wirkt beruhigend auf die Nerven und hilft beispielsweise bei Lampenfieber oder Prüfungsangst.



Speicherorte für Magnesium phosphoricum

Wenn Salze in den Körperteilen zur Neige gehen, wird auf die Speicher zurückgegriffen. Für Magnesium phosphoricum sind diese in den Nerven und im Herzen angelegt. Schüßler-Salze sind keine Nahrungsergänzungsmittel. Sie enthalten das namensgebende Salz nur in homöopathischer Dosierung und können einen entsprechenden Salzmangel folglich nicht ausgleichen. Ziel der Einnahme ist es, Symptome zu lindern, die jenen gleichen, die bei einem entsprechenden Salzmangel auftreten würden. Das Schüßler-Salz soll somit auch dann wirken, wenn eine ganz andere Ursache hinter den Beschwerden steckt.


Symptome und Krankheiten bei Mangel an Magnesium phosphoricum

Plötzlich auftretende oder krampfartige Schmerzen deuten laut Dr. Schüßler auf einen Mangel an Schüßler-Salz Nr. 7 hin. Da Magnesium phosphoricum die Muskeln direkt aber auch indirekt über die Nerven zu beeinflussen scheint, wirkt sich ein Mangel auf die Arm-, Bein- oder Kaumuskeln sowie Magen-Darm-, Herz- und Gefäßmuskeln aus. Folgende Beschwerden können daher gelindert werden:

· Bauchschmerzen

· kolikartige Krämpfe

· Blähungen

· Wadenkrämpfe

· Menstruationsbeschwerden

· Migräne

· Asthma

· Herzrasen

· Hustenanfälle


Bei innerer Unruhe, Lampenfieber, panikartigen Ängsten, Schlafstörungen oder Juckreiz kann ebenfalls ein Bedarf an Magnesium phosphoricum vorliegen. Auch bei häufigem Heißhunger auf Süßigkeiten wie Schokolade kann es an Schüßler-Salz Nr. 7 mangeln.  Magnesium phosphoricum wird innerlich und äußerlich angewendet.


Innere Anwendung von Magnesium phosphoricum

Das Schüßler-Salz Nr. 7 wird in der sechsten Potenzierung, als Magnesium phosphoricum D6, empfohlen. Die tägliche Anzahl der Tabletten richtet sich nach Ausmaß des Mangels. Als besonders wirksam gilt die "Heiße 7". Schüßler-Salze Nr. 7 (sieben bis zehn Stück) werden dabei in kurz gekochtem heißem Wasser aufgelöst und dann schluckweise getrunken. Dies soll eine gute Wirkung bei Schmerzen und Krämpfen haben.



Äußere Anwendung von Magnesium phosphoricum

Die Magnesium phosphoricum D6-Salbe kann beispielsweise bei Hautjucken oder Muskelverspannungen angewendet werden. Zwei- bis dreimal dünn auf die entsprechenden Stellen aufgetragen soll die Salbe die Beschwerden reduzieren. Die Heilkunde von Dr. Schüßler besagt, dass charakterliche Strukturen, besonders wenn sie zwanghaft werden, einen großen Einfluss auf den Mineralstoffverbrauch im Körper haben sollen. Je zwanghafter die Strukturen, desto mehr Schüßler-Salze werden verbraucht. Das Schüßler-Salz Nr. 7 wird demnach verstärkt benötigt, wenn Menschen häufig angespannt sind oder gelegentlich unter panischer Angst leiden. Dabei zehren vor allem die Sorge, sich zu blamieren oder den Erwartungen der anderen nicht gerecht zu werden, an den Vorräten von Magnesium phosphoricum. Wer übermäßig stark an Lampenfieber, Schamgefühlen und der Furcht vor der Entblößung vermeintlicher Unzulänglichkeiten leidet, verbraucht laut Dr. Schüßler besonders große Mengen dieser Schüßler-Salze.


Magnesium phosphoricum-Mangel soll sich verhindern lassen, wenn man an seiner Selbstsicherheit arbeitet. Wer seinen eigenen Lebensweg und die Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen, akzeptieren lernt, und letztlich seine Anspannung abbaut, reguliert automatisch die Vorräte an Schüßler-Salz Nr. 7. Die "Heiße 7" soll rasche Wirkung zeigen. Ein Hinweis auf die erwünschte Reaktion des Körpers können abgehende Gase und Winde sein.

Das Schüßler-Salz Nr. 7 muss nicht zwingend in Form der "Heißen 7" eingenommen werden. Wie die anderen Schüßler-Salze kann man auch Magnesium phosphoricum-Tabletten langsam imMund zergehen lassen.


Weiterführende Informationen:

https://www.schuessler.dhu.de

Bitte informieren Sie sich auch bei Ihrem Heilpraktiker oder Apotheker.


Laurence Gruhn-Kunz,

Gesundheitsberatung, Naturheilkunde



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